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Dank Augen-OP kann Schimmel Guinness auf dem linken Auge wieder sehen

RNZ 24/25.04.2021 – von Anna Haasemann-Dunka

Wiesenbach. (nah) Ganz entspannt lag Guinness in seiner Außenbox, dabei hatte er erst kürzlich eine für ein Pferd ziemlich aufregenden, medizinisch begründeten längeren Ausflug ins Bayrische hinter sich. Seit vier Wochen ist er wieder zurück und hat sich schon wieder sehr gut eingelebt. Sandra Bollack, die zweite Vorsitzende des Reitvereins Wiesenbach, die sich in Abstimmung mit der Vorstandschaft um die Organisation rund um die Operation kümmerte, traniert in nun langsam wieder für seinen Einsatz als Schul- und Voltigierpferd. Guinness gehört der Pferderasse Irish Tinker an und ist ein imposanter Schimmel im Alter von 12 Jahren.
Es war in der Weihnachtszeit, als die Trübung seines linken Auges auffiel. Der hinzugezogene Tierarzt vermutete die Erkrankung Grauer Star. In der Tierarztpraxis für Augenheilkunde Dr. Birgit Müller in Weinheim bestätigte sich die für den Reitverein niederschmetternde Diagnose.   Guinness war auf diesem Auge bereits erblindet. Auch auf dem rechten Auge war die Sehkraft bereits beeinträchtigt. Eine vermehrte Schreckhaftigkeit des an sich sonst gutmütigen Pferdes war Sandra Bollack aufgefallen.
Nur eine Operation konnte helfen und dazu wurden 27 in Frage kommende Kliniken angefragt,  die diesen medizinischen Eingriff unter Vollnarkose an einem Pferd übernehmen konnten.  Am Ende kam letztlich nur die Klinik für Pferde an der Ludwig-Maximilians-Universität in München in Frage, da hier für den Verein noch Kosten in tragbarer Höhe angeboten wurden. „Wir zahlen ihm die Operation. Das hat er sich verdient“, bekundete Sandra Bollack die Meinung im Verein. Die finanzielle Belastung ist jedoch hoch. Mit mehreren tausend Euro muss gerechnet werden. Die Weinheimer Tierärztin startete ganz im Sinne des Vereins deshalb auch schon einen Spendenaufruf über facebook.
Sechs Stunden dauerte die Anfahrt zur Tierklinik mit dem Pferdeanhänger, der für die Rückfahrt gleich in München blieb. Die Operation verlief  gut und erfolgreich. Die eingetrübte Linse im linken Auge wurde entfernt und damit eine zufriedenstellende Sehkraft wieder hergestellt. Es gab keine weiteren Komplikationen. Gleich beide Augen zu operieren, war in einer Operation nicht möglich, da der Pferdekopf zu schwer auf dem bereits operierten Auge liegen würde.
Guinness ist derzeit eines von vier Schulpferden des Reitvereins. Seit 2017 geht er im Reitschulbetrieb, den vor der Coronapandemie rund 70 Kinder und Jugendliche besuchten. Der Verein ist sehr beliebt und nachgefragt, so dass es auch eine Warteliste gibt. Ziel von Sandra Bollack ist es, den 12jährigen Wallach wieder auf diese Aufgabe vorzubereiten. Während des rund 14tägigen Klinikaufenthalts konnte Guinness nur wenig bewegt werden. Seit seiner Rückkehr geschieht es wieder regelmäßig und er wird auch bereits geritten.
Da auch das rechte Auge von der Erkrankung betroffen ist und wohl  in absehbarer Zeit operiert werden muss, hofft der Reitverein auf Unterstützung durch Spendengelder, denn Guinness das Sehen und ihn damit dem Verein als Schulpferd zu erhalten, bedeutet für den kleinen Verein eine Riesen-Investition. Wer dazu einen Beitrag leisten möchte, kann die Kontoverbindung über die Homepage www.rv-wiesenbach.de im Text „Guinness ist Fall des Monats“ erfahren.

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